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Der Grünstromspeicher wird vom Windpark dimensioniert. Der Graustromspeicher vom Markt.

Market Opinion2026-10-28
Dominik Schwarz

Dominik Schwarz

Strommarkt-Experte, phelas

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Der Grünstromspeicher wird vom Windpark dimensioniert. Der Graustromspeicher vom Markt.

Neben einem Windpark ist der falsche Batteriespeicher schlechter als gar keiner.

Große Standalone-Speicher in Deutschland gehen zu längeren Speicherdauern über. Deutschlands größtes Batteriespeicherprojekt im Bau, BW ESS in Klostermansfeld, ist mit 1 GW und bis zu 5,7 GWh geplant, und laut Ember werden sich vier Stunden europaweit als Standard durchsetzen. Für einen co-lozierten Grünstromspeicher wäre das die falsche Entscheidung. In unserer Fallstudie mit Fluence stellt ein 4-h-Grünstromspeicher das Projekt in 4 von 5 Preisszenarien schlechter als ganz ohne Speicher.

Wir haben 25 Speichergrößen für einen 25-MW-Windpark simuliert, von 20 bis 120% des Netzanschlusses und von 2 bis 8 Stunden. Die richtige Größe hängt davon ab, ob der Speicher grün oder grau ist.

Der Grünstromspeicher landet in jedem Szenario bei 2 Stunden. Längere Speicherdauern erwirtschaften deutlich weniger, weil es nicht genug günstigen Überschusswind gibt, um sie zu füllen. Nur die Leistung ändert sich mit dem Preisszenario, zwischen 40 und 100% des Netzanschlusses.

Das heißt auch: Ein Rest an Abregelung gehört zum Optimum. Ein größerer Speicher könnte mehr des abgeregelten Winds aufnehmen, aber bei den unterstellten Preisen rechnet sich die zusätzliche Kapazität nicht. In unserem zentralen Szenario nimmt der beste Grünstromspeicher weiterhin rund 5% Abregelung in Kauf. Drückt man sie mit 30 MW und 8 Stunden nahe null, fällt die Projekt-IRR von 9,5% auf 3,7% und damit deutlich unter die 8,7% des Windparks allein.

Der Graustromspeicher kann auch aus dem Netz laden, deshalb bestimmt der Markt seine Größe. Seine Leistung entspricht immer dem Netzanschluss. Mehr Leistung hilft nicht, weil der Speicher nicht mehr beziehen oder einspeisen kann, als der Anschluss zulässt. Weniger Leistung hieße, Erlöse zu verschenken, denn der Speicher kann ganzjährig handeln, nicht nur wenn der Wind weht.

Seine Speicherdauer hängt vom Preisszenario ab. Wenn niedrige Preise häufig auftreten, lässt sich ein längerer Speicher öfter füllen und die zusätzlichen Stunden zahlen sich aus. In unseren Szenarien mit vielen Negativpreisstunden sind 8 Stunden am besten. Wenn die Flexibilität mit dem Ausbau der Erneuerbaren Schritt hält und negative Preise fast verschwinden, reichen 2 Stunden.

Niemand weiß heute, welcher Preispfad eintritt. Deshalb haben wir zusätzlich nach der Least-Regret-Größe gesucht, also der Größe, die in jedem Szenario am nächsten am Optimum bleibt. Für den Grünstromspeicher sind das 80% des Netzanschlusses mit 2 Stunden, nie mehr als 0,7 M€ NPV hinter dem Optimum. Für den Graustromspeicher ist es volle Leistung mit 6 Stunden, nie mehr als 5,6 M€ dahinter.

Diese Ergebnisse gelten für unser Referenzprojekt. Windparkgröße, Erzeugungsprofil und Netzanschluss unterscheiden sich von Projekt zu Projekt, und jeder dieser Punkte verschiebt die optimale Größe. Deshalb braucht jedes Projekt seine eigene Simulation, auf Basis seiner eigenen Daten.

Im letzten Teil dieser Serie schauen wir uns an, ob man grün oder grau bauen sollte, solange die Regulierung noch in Bewegung ist.

Die vollständige Fallstudie ist hier verfügbar.

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