Grünstromspeicher senkt das Risiko dort, wo viel abgeregelt wird. Graustromspeicher senkt es in jedem Szenario.
Grünstromspeicher senkt das Risiko dort, wo viel abgeregelt wird. Graustromspeicher senkt es in jedem Szenario.
Viele nehmen an, dass jeder Batteriespeicher ein Windprojekt sicherer macht. In unserer Fallstudie mit Fluence stimmte das nur zur Hälfte.
Um zu sehen, wie viel Risiko ein Batteriespeicher wirklich herausnimmt, haben wir einen 25-MW-Onshore-Windpark durch fünf Preisszenarien bis 2056 geschickt, von einer koordinierten Energiewende bis zu einer, in der die Flexibilität dem Zubau der Erneuerbaren nicht folgen kann. Das sind Stresstests, keine Prognosen.
In diesem Beitrag konzentriere ich mich auf zwei Risiken, die diese Szenarien abbilden und die direkt auf die Erlöse eines Windparks wirken. Das eine ist eine hohe Zahl negativer Preisstunden. Deutschland hatte 2025 einen Rekord von 573 davon und in diesem Jahr bisher mehr als 460. Nach den aktuellen Regeln erhalten neue EEG-Parks keine Marktprämie, sobald der Day-Ahead-Preis negativ wird (und der Entwurf des EEG 2027 behält das bei), deshalb werden sie in der Regel abgeregelt. Das andere ist ein niedriges durchschnittliches Preisniveau. Heute sind die Preise hoch, aber über eine Lebensdauer von 30 Jahren ist die Frage, wohin sie sich entwickeln, während sich das Energiesystem weiter verändert.
Ohne Speicher landen drei von fünf Szenarien weniger als einen Prozentpunkt über oder unter der 8%-Hürde. Im zentralen Szenario (Szenario 3) erreicht der Park 8,7%. Gut 5% weniger Erlös im Durchschnitt würden ihn unter die Hürde drücken.
Ein Grünstromspeicher wirkt dort, wo viel abgeregelt wird. Zwei Szenarien zeigen das gut. Beide haben 19% Abregelung, aber Durchschnittspreise, die 43 €/MWh auseinanderliegen. Der Grünstromspeicher liefert in beiden fast denselben IRR-Zuwachs. Im Szenario mit nur 4% Abregelung bringt er gerade 0,2 Prozentpunkte, und der Park bleibt mit 8,4% dicht an der Hürde.
Ein Graustromspeicher hebt jedes Szenario klar über die Hürde, auch das mit niedrigen Preisen und wenig Abregelung, auf 10,3%. Über alle fünf Szenarien ist das der neue schlechteste Fall, gegenüber 7,5% für den Windpark allein.
In unseren Projekten sehen wir oft, dass Kreditgeber vor allem auf den Downside-Fall schauen, weil sie daran die Fremdkapitalhöhe bemessen. Für die Bankfähigkeit ist die entscheidende Frage deshalb aus meiner Sicht nicht, wie viel ein Speicher im Durchschnitt bringt, sondern wie stark er den schlechtesten Fall anhebt. Hier leistet der Graustromspeicher etwa dreimal so viel wie der grüne.
Eines hat mich allerdings überrascht. Nur ein Fünftel bis ein Drittel dessen, was der Grünstromspeicher einspeichert, wäre sonst abgeregelt worden. Die Abregelung zeigt, wo sich ein Grünstromspeicher lohnt, aber der größte Teil des Werts kommt woanders her. Welche Märkte Grün- und Graustromspeicher brauchen, damit sie sich rechnen, schaue ich mir im nächsten Beitrag an.
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